DfT Family: Top 5 | Katy Clark

Katy Clark

Katy Clark hat ihre Inspiration nach und nach gefunden, so dass die Idee zu ihrer Kollektion sich ganz natürlich entwickeln konnte. Angefangen hat alles mit einem Lied des US-amerikanischen Sängers und Liedkomponisten Tom Waits. Die aufstrebende Designerin wusste gleich, dass dies der Song ihrer Kollektion sein würde. Sie hatte noch keine Vorstellung von den einzelnen Looks, dafür aber von der Stimmung und dem Gefühl, das den Gesamteindruck der Kollektion bestimmen sollte – Drapagen, oversized Formen, relaxte Looks; Vagabunde und “Hobo Chic” sowie Inspirationen aus der Herrenbekleidung.

Etwas, das Katy Clark, die das Androgyne liebt, schon immer inspiriert hat. Und sie war schon immer ein Fan des 80er Jahre-typischen, Männer-inspirierten Looks, die extrem oversized Formen mit einem eleganten Dreh. Genau so, wie Katys Kreationen sein sollten. Nachdem der Song sie inspiriert hatte, stolperte sie zufällig über ein Gedicht von Tom Waits, in dem es um Vagabunde und Wanderer ging und das so perfekt zu dem passte, was sie sich für die Kollektion vorgestellt hatte! Schlussendlich gab es noch Inspiration Nummer  drei: ein Zitat des Philosophen und Soziologen Jean Baudrillard: “Jede mögliche Form der Kunst wurde bereits entdeckt und alles, was übrig bleibt, ist sie auseinander zu nehmen und mit den Teilen zu spielen.” Katy hörte das Zitat in der TV Serie “Six feet Under”. Und es hinterließ eine Spur in ihr: Es sollte den Start markieren, den Anfang ihres Konzeptes.

Die junge Designerin machte sich auf den Weg in den Charity Shop, in dem sie Mäntel und Jacken kaufte. Und obwohl sie keinerlei Erfahrung mit Drapage-Techniken besaß, begann sie damit zu experimentieren: wickelte die Secondhand-Kleidung um den Körper, schnitt hinein und drehte sie von oben nach unten und von innen nach außen. Im Ergebnis führte das zu Hosen mit extra-weitem Bein und Taschen- oder Kragendetails sowie zu vergrößerten Formen. Im nächsten Schritt betrachtete sie Fotos der drapierten Looks und reproduzierte sie mit verschiedenen Materialien, die sich “einfach schön zum Drapieren eigneten”, wie sie sagt. Am Anfang ging es dabei um das Experimentieren und Neues auszuprobieren. Mittlerweile hat die Designerin darin ihre Leidenschaft gefunden – Dekonstruktion und Drapagen sind der Ausgangspunkt jeder Kollektion, an der sie arbeitet. “Ich mag es einfach, eine Jacke zu nehmen und hinein zu schneiden, sie zu drapieren oder etwas Stoff hinzu zu fügen. Ich genieße diesen Prozess.”

Bis zur Awardshow muss Katy ihre Kollektion noch um drei Outfits erweitern. Im Mai konnte sie dafür die Schirmherrin um Rat fragen, als sie diese zur Kollektionssichtung in Berlin getroffen hat. Und sie hat uns bereits verraten, was sie hinzufügen wird: Farbe und Strick. Bisher ist Katy Clarks Kollektion sehr dunkel, die meisten Teile schwarz. Im Juli wird es einen Farbakzent geben, wie etwa ein helles Türkis oder Cremeweiß. Weiterhin wird sie mit Strickteilen spielen, basierend auf einem Strickkleid aus ihrer Kollektion. Auch das wird konzeptionell bleiben ohne einem bestimmten Trend zu folgen. Für Katy sind die Kreationen etwas völlig originales. Und Jean Baudrillard hätte gesagt: Diese weiten Formen und Drapagen wurden bereits entdeckt, aber Katy Clark hat genau das getan, was ihr blieb, nämlich sie zu dekonstruieren und mit den Teilen zu spielen. Sehr erfolgreich!

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