DfT Family: Top 5 | Hannah Kuklinski

Hannah Kuklinski

Hannah Kuklinski lehrt den DfT eine Lektion in Biologie! Um genau zu sein: in Mikrokosmos und Bakterien. Ein eher ungewöhnliches Thema für eine aufstrebende Designerin, mag man nun denken? Für Hannah Kuklinski aus Hannover, Deutschland entwickelte es sich ganz natürlich. Anstatt nach einem künstlich konstruierten Thema zu suchen, um Inspiration für ihre Abschlusskollektion zu finden, bemerkte sie, dass sie schon immer an der Natur interessiert war. Zusammen mit ihrem Interesse an der Wissenschaft war der Wunsch eine eigene kleine Welt zu kreieren, geboren. Die Welt: ein Mikrokosmos. Die Helden: Bakterien. In dieser Welt erfand Hannah Kuklinski ihre eigenen Regeln, um etwas Positives daraus zu entwerfen.

Jeder Mensch trägt Millionen und Milliarden Bakterien am Körper, ohne je darüber nachzudenken. Hannah hat diese Bakterien symbolisiert. In ihrer Realisation folgt die Kollektion einer klaren Struktur: Dafür stellte Hannah sich die Bakterien als extrem kleine Kreaturen vor und entwickelte daraus das “Bakterien-Print” – ein besonderes Merkmal ihrer Kollektion. Im nächsten Schritt definierte sie die Körperteile, an denen sich die meisten Bakterien tummeln, um dort das Print verstärkt einzusetzen. Im Ergebnis findet man dann Hosen mit dem Muster an den Kniekehlen oder Pullover mit dem Print am Bauch- und Achselbereich. Gleichzeitig entwickelte sie mit dieser Methode auch ihre abstrakten Silhouetten. Wo finden wir die meisten Bakterien am menschlichen Körper? Genau diese Stellen sind in der Kollektion durch überzeichnete Silhouetten und ungewöhnliche Formen betont. Eine neue Designform entwickelte sich aus der natürlichen Idee des Mikrokosmos.

Hannah Kuklinski vertraut auch auf Natürlichkeit wenn es um die Materialien in ihrer Kollektion geht und wie sie diese verarbeitet. “Ich möchte der Welt mit meiner Mode einfach nichts schlechtes zurückgeben”, erklärt sie. Nach diesem Credo arbeitet die Designerin nun bereits seit drei Jahren. Für die finale Kollektion verwendete sie überwiegend reine Schurwolle und Seide, ergänzt durch ein spezielles Material, das man in der Regel nicht mit Mode assoziiert: Kork. Wie kam sie auf diese Idee? Hannah weigert sich, Leder in ihren Kollektionen zu verwenden – sie isst außerdem kein Fleisch – und war auf der Suche nach einer Alternative. Ihre Lösung: Kork. Denn der Korkbaum ist sehr nachhaltig, da seine Rinde sich ständig selbst erneuert. Ein außergewöhnliches Material und ein Statement in der Kollektion. Fasst man es an, kann es sogar positiv mit der Haptik des Leders verglichen werden, hat jedoch eine weitaus interessantere Optik. Aber wer nun an langweilige Ökomode denkt, liegt ganz falsch, wenn es um Hannah Kuklinskis Kollektion geht. Was bei der Designerin stets an erster Stelle steht, ist der Spaß: So sehr sie die Produktion der Kollektion genießt, so sehr möchte sie auch, dass die Trägerin die einzelnen Teile genießt.

Im Juli werden wir noch zwei weitere Outfits ihrer Kollektion sehen. Schirmherrin Stella McCartney gab ihr folgenden Rat: “Bleib bei den Strickteilen.” Wir sind gespannt.

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